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Seminarbericht: erste Hilfe für den Führhund

mit Helena Conens
elzdogcare.de

von Hans-Werner Doering

Vom 01.02. bis 03.02.2019 fand im Schwarzwald, Mühlenbach, Schwarzwaldhotel Roter Bühl das erste vom Verein Leben mit Usher-Syndrom e.V. organisierte Blindenführhunde-Seminar statt.
Das Thema war die erste Hilfe beim Hund, das Erkennen von Kranheiten und Verletzungen, sowie deren Notfallversorgung. Desweiteren lernten wir Beruhigungsmassnahmen und einige Massagegriffe kennen, welche die Hunde sehr genossen haben.

Gruppenbild des 1. FHS mit Helena Conens

Pünktlich um 14:00 Uhr angekommen, erwartete uns in Mühlenbach kurz vor dem Seminarhotel plötzlich dichter Nebel. Ganz so, als ob uns angezeigt würde, dass wir dort unter uns sein werden.
Wir waren 9 Personen und 6 Führhunde, einer davon bereits außer Dienst.

Nach dem Bezug der Zimmer gab es Kaffee und Kuchen und dann wurde sofort losgelegt. Unsere Referentin Frau Helena Conens begrüßte uns und nach einer kurzen Vorstellungsrunde stellte Helena ihre Arbeit und das Seminarprogramm vor.

Helena erwies sich als quirlige, lockere und lebensfrohe Therapeutin. Wenn ich mich nicht vorher im Internet über Helena informiert hätte, würde ich sofort auf eine Tierärztin tippen. Ihr Wissen in allen Belangen rund um den Hund war beeindruckend. Helena hat während der Fachvorträge unsere Hunde beobachtet und konnte danach sagen, welchen Typ und Charakter jeder einzelne Hund hatte. Sie hatte sich die Namen aller 6 Hunde verinnerlicht und uns auf die Fähigkeiten und evtl. Defizite hingewiesen. Ich war auch deswegen überrascht, da ich die 4 schwarzen Labradore gar nicht unterscheiden konnte. Während den Pausen hatte ich Mühe, meinen Führhund Cameron zu rufen und zu wissen, daß er es auch wirklich war. Mit Ausnahme von 2 Hunden hörten die anderen nur auf italienische Hörzeichen.

Zuerst kam die Theorie ...

Nach dem guten Abendessen saßen wir noch zusammen und erzählten uns Erlebnisse mit den Hunden. Und zwar so, daß es ALLE verstanden haben.

Am nächsten Morgen gab es nach dem Frühstück eine gemeinsame Gassi-Runde. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite.

 

Helena hat privat 4 Hunde und brachte einen davon mit. Der Hund war einäugig und man merkte ihm die Behinderung nicht an. Bedingt durch die Inklusion haben unsere Hunde den Gasthund namens Finn sofort in die Runde aufgenommen.

Zwischendurch gingen wir immer in den schönen Wald

Schnell stellte ich fest, dass dieser Gasthund eher ein Referenzhund von Helena war. Finn gehorchte seinem Frauchen auf’s Wort und war auch sonst von der Art her auf dem Level der ausgebildeten Führhunde. Ich fand, dass Helena mit Finn einen Ausweis ihrer herausragenden Arbeit mitgebracht hatte.

Nach dem Mittagessen und Gassi-Auslauf ging es von der Theorie zur Praxis über. Finn ließ sich mit entspannter Ruhe einen Pfotenverband anlegen. Diesen „Vorteil“ konnten sich unsere Hunde nicht bieten lassen und so wurde jeder von seinem Frauchen/Herrchen mit solch einem Verband ausgestattet. Die anschließenden Laufversuche unserer Hunde mit Pfoten-Handicap wurden mit viel Gelächter begleitet.

Anlegen eines Pfotenverbands

Der weitere Unterricht ging ebenso positiv wie informativ weiter. Helena hat sich dabei um jeden Teilnehmer gekümmert, sodass keine/r sich unsichtbar machen konnte.

Am Sonntag brachte uns Helena einen weiteren Referenzhund mit. Einen kleinen weißen Rüden, der nur so vor Selbstbewusstsein strotzte. Obwohl er auch ein angenehmer Geselle war, hatte er keine Berührungsängste und fühlte sich als Helenas Stellvertreter. Während Helena auf dem Boden mit den Hunden arbeitete, hat dieser kleine Rüde den Stuhl von Helena belegt und dafür gesorgt, dass auf diesem Thron nur Helena und er Platz nehmen durften.

 

 

Nach der Theorie kam die PraxisDie anschließend erlernten Massagegriffe wurde von den Hunden gerne angenommen und mit Wohlfühl-Grunzen honoriert. Wäre es nach den Hunden gegangen, hätte dieser Seminarteil den ganzen Tag dauern können.
Nach dem Mittagessen fiel es nicht nur mir schwer, nach Hause zu fahren. Ich habe mich an diesem Wochenende pudelwohl gefühlt.

Fazit: Dieses Seminar ist eine Wertschöpfung für uns alle gewesen. Alles passte. Unsere Referentin erwies sich als sachkundige Kapazität. Mit Sicherheit werde ich ihre Dienste noch in Anspruch nehmen.
Susann, Henry und Ilka danke ich im Namen der Gruppe für ihre Organisation und professionelle Gestaltung dieses gelungenen Seminares.

Herzlichen Dank an die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland und IKK Südwest für die Übernahme
eines wesentlichen Teils der Kosten für das erste Führhundeseminar des Vereins Leben mit Usher-Syndrom e.V.

Beim Gassi gehen im Wald

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